"Als dem Volk die Galle überlief" - Erinnerung an den 17. Juni 1953 in Treptow und Köpenick

Bezirk

Vor 58 Jahren wurde die DDR durch den Volksaufstand vom 17. Juni erschüttert. Mehr als eine Million Menschen gingen damals auf die Straße, um für freie Wahlen, Meinungsfreiheit und die deutsche Einheit zu kämpfen. Der Volksaufstand wurde zum Teil blutig niedergeschlagen. Kaum jemand weiß, dass der Bezirk Köpenick eine wichtige Rolle für den Volksaufstand spielte.
Oliver Igel hat einen Aufsatz zu den Ereignissen des 17. Juni 1953 in Köpenick veröffentlicht: „Als dem Volk die Galle überlief“ – Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in Köpenick, in: Von Copnic nach Köpenick – Ein Gang durch 800 Jahre Geschichte, Berlin 2009, S. 347-357.

Ansprechpartner: Oliver Igel, Handy: 0175-4105129

SPD Treptow-Köpenick
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Die Verabredungen für den Streik auf der Großbaustelle des Krankenhauses Köpenick - von dem aus sich der Aufstand wie ein Flächenbrand durch das Land zog - wurden auf einer Dampferfahrt der Arbeiter getroffen. In der Gaststätte „Rübezahl“ stand ein Brigadier auf und verkündete vor der versammelten Belegschaft, dass ab dem 15. Juni gestreikt werde. An diesem Montag formulierten die Arbeiter eine Resolution an Ministerpräsident Otto Grotewohl und forderten darin eine Senkung der Normen und eine sofortige Antwort.

Die Erhöhung der Normen war nur der letzte Tropfen, der das Protestfass in der DDR zum Überlaufen brachte. Sie waren zum Zeitpunkt des Streiks sogar schon zum Teil zurückgenommen worden. "Den Menschen in der DDR ging es um die Freiheit - und dafür waren sie bereit, ihr Leben zu riskieren. Diesen unglaublichen Mut sollten wir nicht vergessen. Sie haben auch den Grundstein für die friedliche Revolution 1989 gelegt. Der Wille nach Freiheit, Demokratie und Einheit Deutschlands war nicht durch Panzer und Pistolen kleinzukriegen", sagte der SPD-Kreisvorsitzende von Treptow-Köpenick, Oliver Igel. "Treptow und Köpenick waren dabei immer vorn dabei. An dem legendären 17. Juni 1953 kamen am frühen Morgen die ersten Streikmeldungen aus dem Kabelwerk Oberspree", sagte Igel. An einen Streikführer des Funkwerkes Köpenick, Siegfried Berger, erinnert heute eine Straße in Köpenick - in der Nähe des Funkwerkes.

 
 

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